Was sind Pilze?

Lange Zeit wurden Pilze aufgrund mangelnder Kenntnisse den Pflanzen zugeordnet. Heute wissen wir, dass der Pilz aufgrund genetischer und physiologischer Eigenschaften den Tieren näher steht als den Pflanzen. Der Hauptunterschied zu den Pflanzen ist vor allem der Umstand, dass Pilze keine Photosynthese durchführen und selbständig keine Kohlehydrate aufbauen können. 

Pilze benötigen daher organische Kohlenstoffverbindungen, die von anderen Lebewesen bereitgestellt werden, um sich mit Energie zu versorgen. Somit gehören die Pilze, im organischen Stoffkreislauf des Ökosystems, zu den Destruenten. Sie bauen organisches Material ab und wandeln es in lösliche Mineralien um.

Anhand der Art wie Pilze sich mit Nahrung versorgen, kann man drei Gruppen unterscheiden:

Saprobionten zersetzen organisches Material wie Viehdung, Holzreste oder Stroh. Im natürlichen Stoffkreislauf innerhalb eines Ökosystems stellen Pilze den größten Recyclingbetrieb dar. In diese Gruppe fallen die meisten Zuchtpilze. Hierbei ist vor allem zu beachten, dass Pilze wie die meisten Lebewesen

unter Zuchtbedingungen anders reagieren als in der freien Natur: Hat man das Substrat (Substrat bezeichnet den Nährboden, auf welchem Pilze gezüchtet werden) perfektioniert, liefern Pilzkulturen einen wesentlich höhern Ertrag als in der freien Wildbahn, wo aus einem größeren Mycelgeflecht (Mycel ist der unterirdisch wachsende Teil des Pilzes) nur vereinzelt Fruchtkörper hervorsprießen. Natürlich wachsende Pilze fruchten jeweils nur zu bestimmten Jahreszeiten bei passenden Wetterbedingungen. 

Gemeinhin bekannt ist, dass Pilze als Parasiten existieren können. Dabei befällt der Pilz einen noch vitalen Organismus (seinen „Wirt“) und entzieht diesem Energie und Nährstoffe. Die bekanntesten sind hier diverse Hautpilze oder die Hallimasche (Armillaria spp.). Erwähnenswert: der Hallimasch, dessen Mycel eine Fläche von mehreren tausend Quadratmetern und eine Tiefe von 500 bis 800 m erreichen kann, ist das größte Lebewesen unserer Erde.

Einige Pilze leben als Symbionten zum wechselseitigen Nutzen aller beteiligten Systeme. Bei einer Gemeinschaft von Pilzen und Pflanzen spricht man von Mykorrhiza. Der Pilz stellt der Pflanze Mineralien und Nährstoffe zur Verfügung, welche die Pflanze selbst nicht in dem Umfang aus dem Boden lösen und aufnehmen kann. Im eng mit den Pflanzenwurzeln verwobenen Pilzmycel wird zusätzlich eine grössere Menge Wasser gespeichert - somit kann die Pflanze Trockenperioden leichter überstehen. Die Pflanze versorgt den Pilz mit wichtigen Kohlehydraten (Zucker), die sie über die Photosynthese ausreichend gewinnt.

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