FAQ

 

Was sollte ich über die Anwendung von Mykorrhiza-Produkten wissen?

Das Ziel jeder Anwendung ist es, das Produkt in die Wurzelzone der Pflanze zu bringen. Nur wenn die Konzentration an Wurzelsekreten hoch genug ist, beginnt die Mykorrhiza zu wachsen. Für unterschiedliche Anwendungen stehen verschiedene Produkte zur Verfügung. Sollten Sie noch Fragen haben helfen wir gerne.

Mykorrhiza Pilze leben schon seit über 450 Millionen Jahren auf der Erde und sind recht widerstandsfähige Lebewesen. Dennoch sollte man einiges beachten: Temperaturen über 60 °C lassen die Mykorrhiza absterben. Einige Fungizide können ebenfalls Schaden anrichten (eine Liste mit gefährlichen Substanzen finden sie auf unsere Internetseite). Mykorrhiza geht eine enge Partnerschaft mit Pflanzen ein und lebt nicht frei im Boden. Wenn die Pflanze stirbt, geht auch der Pilz zugrunde.

Hohe Konzentrationen an verfügbarem Phosphor zum Zeitpunkt der Beimpfung schaden der Mykorrhiza nicht, können aber ihre Ausbreitung verlangsamen. Eine der wichtigsten Funktionen der Mykorrhiza ist es, Phosphor aus dem Boden für die Pflanzen aufzuschließen. Ist bereits ausreichend verfügbarer Phosphor vorhanden, arbeitet die Mykorrhiza langsamer. Vor einer Beimpfung sollten die Phosphorwerte am besten nahe einer natürlichen Konzentration liegen. Nach etwa 3 Wochen kann die Konzentration ohne Auswirkungen auf die Mykorrhiza bei Bedarf wieder erhöht werden. Zu berücksichtigen ist aber, dass die Pflanzen mit Mykorrhiza im Boden vorhandene Nährstoffe ohnehin besser und effizienter nutzen können.

Helfen Mykorrhizen auch bei Pflanzen in Hydrokultur oder sind sie nur in Böden wichtig, in denen viele Nährstoffe erst verfügbar gemacht werden müssen?

Auch in Hydrokultur kann Mykorrhiza den Pflanzen helfen Nährstoffe besser aufzunehmen. Die Beimpfung von sterilen Medien hat sogar eine besonders gute Kolonisierung der Pflanzenwurzeln zur Folge, da keine Konkurrenz existiert. Wichtig ist dabei vor allem, dass bereits vor der Blüte bzw. dem Fruchtansatz eine enge Symbiose zwischen Pflanze und Pilz besteht.

Wo liegt der Unterschied zwischen Endo- und Ektomykorrhiza?

Die Endomykorrhiza lebt in den Wurzeln der Pflanze und streckt ihre Hyphen hinaus in den Boden. Sie lebt in Symbiose mit krautigen Pflanzen, darunter auch viele wichtige Nutzpflanzen (die meisten Gemüsesorten, Gräser, Sträucher, Obstbäume und Zierbäume). Die Ectomykorrhiza lebt nur außerhalb der Pflanze und in Symbiose mit Eichen und  Nadelgehölzen.

Was sind Mykorrhiza-Pilze?

Das Wort stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt „Wurzelpilz“. Diese Pilze leben in einer Symbiose, einer Partnerschaft zum gegenseitigen Nutzen, mit Pflanzen zusammen. Sie können Nährstoffe aus dem Boden aufschließen und verfügbar machen, die von den Pflanzen sonst nicht genutzt werden können. Die Hyphen des Pilzes erweitern sozusagen das Wurzelsystem der Pflanze und verbessern so auch die Wasseraufnahme.

Welche Pflanzen können eine Symbiose mit Mykorrhiza bilden?

Über 90% aller Pflanzenarten leben in der Natur mit Mykorrhiza-Pilzen zusammen. Darunter auch viele wichtige Nutzpflanzen (eine Liste finden sie auf unsere Internetseite).

Wie helfen die Pilze den Pflanzen bei der Nährstoffaufnahme?

Die Pilze vergrößern die Oberfläche, über die Nährstoffe von der Pflanze aufgenommen werden, um das 10- bis 100fache. In einem Teelöffel voll Erde kann der Pilz Hyphen von mehreren Kilometern Länge ausbilden. Außerdem gibt der Pilz sehr wirksame chemische Substanzen in den Boden ab, die Phosphor, Eisen und andere schwer lösliche Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar machen.

Was kann Mykorrhiza sonst noch?

Das Hyphensystem hilft nicht nur bei der Nährstoff- sondern auch bei der Wasseraufnahme und Wasserspeicherung. Ohne künstliche Bewässerung sind Pflanzen mit Mykorrhiza viel resistenter gegen Trockenheit. Außerdem unterdrückt der Pilz viele Pflanzenpathogene, die in den Wurzelbereich eindringen durch Ausscheidung verschiedener antibiotischer Substanzen. Das Hyphengewebe ist darüber hinaus auch eine physikalische Schutzschicht, die das Eindringen von Krankheitserregern erschwert. Mykorrhiza Pilze verbessern die Bodenstruktur und fördern das Pflanzenwachstum durch gute Belüftung. So können sie helfen Erosion zu vermeiden.

Enthält der Boden schon Mykorrhiza?

Ungestörte Böden sind reich an nützlichen Bodenorganismen, darunter auch Mykorrhiza-Pilze. Viele Formen der Bodenbearbeitung verringern aber das Potenzial der Böden, erfolgreich Mykorrhiza-Symbiosen zu erhalten. Pflügen, Düngen, Erosion, Bodenabtrag, Bautätigkeit und andere Maßnahmen schaden den Pilzen im Boden nachhaltig. Solche Böden wieder mit Mykorrhiza zu beimpfen, kann die Gesundheit und Vitalität der Pflanzen beträchtlich erhöhen.

Welche Produkte mit Mykorrhiza sind erhältlich?

Bestimmte Sporen oder „Pilzsamen“ wurden aufgrund ihrer wachstumsfördernden Eigenschaften ausgewählt. Die Produkte sind als Granulat, Pulver, Gel und Flüssigkeit erhältlich. Nach dem Beimpfen verteilen sich die Sporen im Boden und besiedeln die Pflanzenwurzeln. Die ertragssteigernden Eigenschaften der Pilze sind in Koevolution mit den Pflanzen über Jahrmillionen entstanden und stehen seit 40 Jahren auch im Fokus der Wissenschaft. Nun können auch Landwirte, Gärtner und Privatpersonen von den positiven Eigenschaften dieser Symbiose profitieren und das Wachstum ihrer Pflanzen auf natürliche Weise fördern.

Wie werden die Pilze in den Boden gebracht?

Die Anwendung ist einfach und es wird keine spezielle Ausrüstung benötigt. Das Ziel ist es, die Sporen in Kontakt mit den Pflanzenwurzeln zu bringen. Das Impfmaterial kann beim Umsetzen auf die Wurzeln gestreut werden, in die Erde gemischt werden, über das Wasser eines Bewässerungssystems verteilt werden oder die Wurzeln werden in das Mykorrhiza-Gel getaucht. Die Art der Anwendung richtet sich nach den jeweiligen Umständen.

Ist das Beimpfen mit Mykorrhiza teuer?

Nein, es sind keine großen Investitionen notwendig. Die Kosten belaufen sich normalerweise bei kleinen Pflanzen auf ein paar Cent. Bei größeren Pflanzen wird mehr Impfmaterial benötigt und die Kosten sind dementsprechend höher.

Warum ist Artenvielfalt wichtig?

In naturbelassenen Gebieten gibt es viele verschiedene Mykorrhiza-Arten. Aufgrund von Störungen nimmt diese Diversität aber immer rascher [vl6] ab. Nicht alle Mykorrhiza-Pilze besitzen die gleiche Toleranz und Regenerationsfähigkeit. Einige Arten sind wichtig für den Schutz der Wurzeln, andere verbessern vor allem die Nährstoffaufnahme. Die Vielfalt an diesen Pilzen hilft der Pflanze, verschiedene Nischen im Boden zu besiedeln und auch schwankende Bedingungen im Boden zu überstehen.

Unsere Produkte enthalten verschiedene, sehr effektive Mykorrhiza-Stämme. Erst durch das Zusammenspiel verschiedener nützlicher Bodenorganismen können Pflanzen so leben und wachsen, wie es die Natur vorgesehen hat.

Wie widerstandsfähig ist Mykorrhiza?

Die Haltbarkeit unserer  Standardprodukte liegt bei 2 Jahren, mit einer Abnahme der Keimfähigkeit von 10% im dritten Jahr. Kalte Temperaturen, auch unter dem Gefrierpunkt, haben keinen schädlichen Einfluss auf das Impfmaterial. Hohe Temperaturen, über 60°C, lassen die Pilze absterben und müssen vermieden werden.

Einmal in den Boden gebracht bleiben die Pilze solange in einem Ruhezustand, bis sie durch die Wurzelaktivität von Pflanzen „aufgeweckt“ werden. Erst in der Gegenwart bestimmter Wurzelausscheidungen beginnen die Pilze zu keimen. Wenn die Sporen einmal mit den Wurzeln zusammengewachsen sind, bleibt der Pilz bei seiner Partnerpflanze solange diese lebt. Pflanzen, die unter schweren Bedingungen wachsen oder auf häufig gestörten Böden stehen, brauchen eventuell mehrere Behandlungen.

Soll ich die Mykorrhiza mit Kohlenhydraten füttern (z. B. mit Melasse)?

Kohlenhydrate eignen sich als Futter für Bakterien und andere Typen von Pilzen, aber Mykorrhiza-Pilze müssen nicht gefüttert werden. Das ist nicht der Sinn der Sache. Die Pflanze versorgt den Pilz mit Zuckern aus den Wurzeln.

Es gibt zwar einige Substanzen, die die Keimung der Mykorrhiza auslösen, sie sind aber schwer zu erhalten und teuer. Organische Düngemittel wie Algen, Huminsäuren und andere Kohlenstoffquellen vertragen sich gut mit den Pilzen.

 

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