Zunderschwamm
Wissenschaftlicher Name: Fomes fomentarius
Synonyme: Zunderpilz, Feuerschwamm, Wundschwamm, Hodernsau,
Ötzi-Pilz
Verbreitung und Habitat in der Natur: Saprobiont
(Folgezersetzer) und Schwächeparasit,
auf lebenden und toten Bäumen, inAsien,
Nordamerika und Europa, in naturnahen
Wäldern, Laub- und Laubmischwälder, Hartholzauen
Inhaltsstoffe: Der Zunderschwamm enthält eine Vielzahl natürlicher Inhaltsstoffe, die ihn seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen geschätzt machen. Dazu zählen vor allem Polysaccharide wie Beta-Glucane und Glucuronoxylane, sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Triterpene und phenolische Verbindungen. Darüber hinaus ist er reich an Chitin, Chitosan und verschiedenen Mineralstoffen, darunter Kalium, Magnesium, Kalzium und Eisen. Diese Zusammensetzung macht den Pilz nicht nur in der Volksheilkunde, sondern auch in der modernen Forschung interessant.
Geeignetes Substrat: diverse Laubhölzer (Rotbuche, Eiche, Ulme, Birke,
Hainbuche, Erle, Espe, Ahorn, Birke, Esche, Weide, Linde) selten auch auf
Nadelholz
Verwendung: Vitalpilz, Zunder, Lederherstellung,
Räucherwerk, Imkerei, Kunsthandwerk
Schon
unsere Vorfahren, wie beispielsweise Ötzi, verwendeten den Zunderschwamm wie
der Name schon vermuten lässt als Zunder zum Feuer Machen sowie um es zu
transportieren. Auch wird er seit jeher als Heil- und Vitalpilz und zur
Erstbehandlung von offenen Wunden als Wundauflage verwendet. In den Alpen und
Karpaten wurde er früher, z.B. in Bayern als „Leder“-Fetzen (Hodern =
Hodernsau) wie noch heute in z.B. Rumänien zur Lederherstellung verarbeitet
welches aus der Trama gezogen wird. Imker verwenden die Trama auch, um mit
deren Rauch die Bienen vor dem Honig ernten zu besänftigen. Innovative
Sterneköche verwenden die getrockneten und geschroteten Fruchtkörper als
Räucherwerk um z.B. Fisch und Fleisch zu räuchern und somit neue Aromen zu
kreieren.
Taxonomie:
Reich: Pilze (Fungi)
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Stielporlingsartige (Polyporales)
Familie: Stielporlingsverwandte (Polyporaceae)
Gattung: Zunderschwämme (Fomes)
Art: Zunderschwamm (Fomes fomentarius)
Sporen: zylindrisch bis lang ellipsoid geformt und 15–22 × 4,4–7 µm