Der Zuchtzyklus des Pilzes
Die Techniken und Arbeitsschritte in der Pilzzucht folgen immer
demselben Schema, lediglich die Rezeptur der Substrate und die
klimatischen Bedingungen während Mycelwachstum und Fruchtung ändern
sich.
Die Sporen werden zunächst im Labor unter kontrollierten Bedingungen auf Nährböden in Petrischalen zum Keimen gebracht. Die schönsten und kräftigsten Mycelstränge veredelt man durch Selektionierung, dies erhöht den Ertrag. Das ausgewählte Mycel wird nun auf Körnerbrut (ein Substrat auf Getreide Basis) vermehrt.
Die Körnerbrut dient, sobald diese vollständig mit Pilzmycel besiedelt
ist, zum Beimpfen eines geeigneten Fruchtungssubstrates, welches der
Pilz durchwächst. Ist diese Phase abgeschlossen wird die Fruchtung durch
eine Veränderung der Umweltbedingungen (Luftfeuchtigkeit, Temperatur,
Frischluft) eingeleitet.
Anhand der Art wie Pilze sich mit Nahrung versorgen,
kann man drei Gruppen unterscheiden:
Saprobionten zersetzen organisches Material wie Viehdung, Holzreste oder Stroh. Im natürlichen Stoffkreislauf innerhalb eines Ökosystems stellen Pilze den größten Recyclingbetrieb dar. In diese Gruppe fallen die meisten Zuchtpilze. Hierbei ist vor allem zu beachten, dass Pilze wie die meisten Lebewesen unter Zuchtbedingungen anders reagieren als in der freien Natur: Hat man das Substrat (Substrat bezeichnet den Nährboden, auf welchem Pilze gezüchtet werden) perfektioniert, liefern Pilzkulturen einen wesentlich höhern Ertrag als in der freien Wildbahn, wo aus einem größeren Mycelgeflecht (Mycel ist der unterirdisch wachsende Teil des Pilzes) nur vereinzelt Fruchtkörper hervorsprießen. Natürlich wachsende Pilze fruchten jeweils nur zu bestimmten Jahreszeiten bei passenden Wetterbedingungen.
Gemeinhin bekannt ist, dass Pilze als Parasiten existieren können. Dabei befällt der Pilz einen noch vitalen Organismus (seinen „Wirt“) und entzieht diesem Energie und Nährstoffe. Die bekanntesten sind hier diverse Hautpilze oder die Hallimasche (Armillaria spp.). Erwähnenswert: der Hallimasch, dessen Mycel eine Fläche von mehreren tausend Quadratmetern und eine Tiefe von 500 bis 800 m erreichen kann, ist das größte Lebewesen unserer Erde.
Einige Pilze leben als
Symbionten
zum wechselseitigen Nutzen aller
beteiligten Systeme. Bei einer Gemeinschaft von Pilzen und Pflanzen
spricht man von Mykorrhiza. Der Pilz stellt der Pflanze Mineralien und
Nährstoffe zur Verfügung, welche die Pflanze selbst nicht in dem Umfang
aus dem Boden lösen und aufnehmen kann. Im eng mit den Pflanzenwurzeln
verwobenen Pilzmycel wird zusätzlich eine grössere Menge Wasser
gespeichert - somit kann die Pflanze Trockenperioden leichter
überstehen.
Die Pflanze versorgt den Pilz mit wichtigen Kohlehydraten
(Zucker), die sie über die Photosynthese ausreichend gewinnt.
Fruchtungstechniken:
Sonstige Techniken:
Pilzzucht für Fortgeschrittene:
-
Herstellung von Sporenabdrücken
- Mikroskopische Untersuchung von Sporen
- Herstellung eines Agar-Nährmediums in Petrischalen
-
Myzelkultivierung aus Sporen
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Klonen von Pilzen
- Selektionieren von Myzelsträngen
- Sterilisieren von Roggensubstrat für Körnerbrut
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Beimpfen von Körnerbrut mit Myzel auf Agarmedium
- Sterilisieren von Holzsubstraten
-
Beimpfen von Holzsubstraten mit Körnerbrut