Das Ziel jeder Anwendung ist es, das Produkt in die Wurzelzone der Pflanze zu bringen. Nur wenn die Konzentration an Wurzelsekreten hoch genug ist, beginnt die Mykorrhiza zu wachsen. Für unterschiedliche Anwendungen stehen verschiedene Produkte zur Verfügung. Sollten Sie noch Fragen haben helfen wir gerne.
Mykorrhiza Pilze leben schon seit über 450 Millionen Jahren auf der Erde und sind recht widerstandsfähige Lebewesen. Dennoch sollte man einiges beachten: Temperaturen über 60 °C lassen die Mykorrhiza absterben. Einige Fungizide können ebenfalls Schaden anrichten (eine Liste mit gefährlichen Substanzen finden sie auf unsere Internetseite). Mykorrhiza geht eine enge Partnerschaft mit Pflanzen ein und lebt nicht frei im Boden. Wenn die Pflanze stirbt, geht auch der Pilz zugrunde.
Hohe Konzentrationen an verfügbarem Phosphor zum Zeitpunkt der Beimpfung schaden der Mykorrhiza nicht, können aber ihre Ausbreitung verlangsamen. Eine der wichtigsten Funktionen der Mykorrhiza ist es, Phosphor aus dem Boden für die Pflanzen aufzuschließen. Ist bereits ausreichend verfügbarer Phosphor vorhanden, arbeitet die Mykorrhiza langsamer. Vor einer Beimpfung sollten die Phosphorwerte am besten nahe einer natürlichen Konzentration liegen. Nach etwa 3 Wochen kann die Konzentration ohne Auswirkungen auf die Mykorrhiza bei Bedarf wieder erhöht werden. Zu berücksichtigen ist aber, dass die Pflanzen mit Mykorrhiza im Boden vorhandene Nährstoffe ohnehin besser und effizienter nutzen können.
Auch in Hydrokultur kann Mykorrhiza den Pflanzen helfen Nährstoffe besser aufzunehmen. Die Beimpfung von sterilen Medien hat sogar eine besonders gute Kolonisierung der Pflanzenwurzeln zur Folge, da keine Konkurrenz existiert. Wichtig ist dabei vor allem, dass bereits vor der Blüte bzw. dem Fruchtansatz eine enge Symbiose zwischen Pflanze und Pilz besteht.
Die Endomykorrhiza lebt in den Wurzeln der Pflanze und streckt ihre Hyphen hinaus in den Boden. Sie lebt in Symbiose mit krautigen Pflanzen, darunter auch viele wichtige Nutzpflanzen (die meisten Gemüsesorten, Gräser, Sträucher, Obstbäume und Zierbäume).
Die Ectomykorrhiza lebt nur außerhalb der Pflanze und in Symbiose mit Eichen und Nadelgehölzen.
Das Wort stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt „Wurzelpilz“. Diese Pilze leben in einer Symbiose, einer Partnerschaft zum gegenseitigen Nutzen, mit Pflanzen zusammen. Sie können Nährstoffe aus dem Boden aufschließen und verfügbar machen, die von den Pflanzen sonst nicht genutzt werden können. Die Hyphen des Pilzes erweitern sozusagen das Wurzelsystem der Pflanze und verbessern so auch die Wasseraufnahme.
Das Hyphen-Gewebe ist darüber hinaus auch eine physikalische Schutzschicht, die das Eindringen von Krankheitserregern erschwert. Mykorrhiza Pilze verbessern die Bodenstruktur und fördern das Pflanzenwachstum durch gute Belüftung. So können sie helfen Erosion zu vermeiden.
In naturbelassenen Gebieten gibt es viele verschiedene Mykorrhiza-Arten. Aufgrund von Störungen nimmt diese Diversität aber immer rascher ab. Nicht alle Mykorrhiza-Pilze besitzen die gleiche Toleranz und Regenerationsfähigkeit. Einige Arten sind wichtig für den Schutz der Wurzeln, andere verbessern vor allem die Nährstoffaufnahme. Die Vielfalt an diesen Pilzen hilft der Pflanze, verschiedene Nischen im Boden zu besiedeln und auch schwankende Bedingungen im Boden zu überstehen.
Unsere Produkte enthalten verschiedene, sehr effektive Mykorrhiza-Stämme. Erst durch das Zusammenspiel verschiedener nützlicher Bodenorganismen können Pflanzen so leben und wachsen, wie es die Natur vorgesehen hat.
Die Haltbarkeit unserer Standardprodukte liegt bei 2 Jahren, mit einer Abnahme der Keimfähigkeit von 10% im dritten Jahr. Kalte Temperaturen, auch unter dem Gefrierpunkt, haben keinen schädlichen Einfluss auf das Impfmaterial. Hohe Temperaturen, über 60°C, lassen die Pilze absterben und müssen vermieden werden.
Einmal in den Boden gebracht bleiben die Pilze solange in einem Ruhezustand, bis sie durch die Wurzelaktivität von Pflanzen „aufgeweckt“ werden. Erst in der Gegenwart bestimmter Wurzelausscheidungen beginnen die Pilze zu keimen. Wenn die Sporen einmal mit den Wurzeln zusammengewachsen sind, bleibt der Pilz bei seiner Partnerpflanze solange diese lebt. Pflanzen, die unter schweren Bedingungen wachsen oder auf häufig gestörten Böden stehen, brauchen eventuell mehrere Behandlungen.
Kohlenhydrate eignen sich als Futter für Bakterien und andere Typen von Pilzen, aber Mykorrhiza-Pilze müssen nicht gefüttert werden. Das ist nicht der Sinn der Sache. Die Pflanze versorgt den Pilz mit Zuckern aus den Wurzeln.
Es gibt zwar einige Substanzen, die die Keimung der Mykorrhiza auslösen, sie sind aber schwer zu erhalten und teuer. Organische Düngemittel wie Algen, Huminsäuren und andere Kohlenstoffquellen vertragen sich gut mit den Pilzen.